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Foodblogs finden: Kriterien für echte Kooperationen

Foodblogs finden: Kriterien für echte Kooperationen

Das Wichtigste in Kürze:

  • 35 Prozent der Deutschen nennen Kochen als eines ihrer Hobbys. Bei den 18- bis 34-Jährigen holt sich mehr als die Hälfte ihre Kochideen aus sozialen Netzwerken.
  • Die Hälfte der Foodblogs bei trusted blogs kommt auf mehr als rund 1.100 geschätzte Suchzugriffe im Monat. Über alle Themen liegt dieser Wert bei rund 650.
  • Rezeptblogger berichten von hohen Besucherverlusten, seit Google Rezepte in seiner KI-Suche selbst zusammensetzt. Blogs mit treuen Stammlesern melden stabile Zahlen.
  • Prüfe sechs Punkte: Themenfokus, Rezeptqualität, Stammleser, Suchsichtbarkeit, Aktivität und frühere Kooperationen.
  • Für Nährwert- und Gesundheitsversprechen in Lebensmittelwerbung gilt die EU-Health-Claims-Verordnung. Was nicht auf deine Verpackung darf, gehört auch nicht ins Briefing.
Frau vergleicht an zwei Bildschirmen Foodblogs und Rezept-Suchergebnisse, daneben liegen Notizen mit Blognamen

Warum Foodblogs für Unternehmen interessant sind

Kochen beschäftigt viele Menschen. Laut YouGov nennen 35 Prozent der Deutschen Kochen als eines ihrer Hobbys und Interessen. 65 Prozent kochen gern für sich und andere. Wer kocht, braucht Rezepte. Und wer ein Rezept sucht, hat meist einen konkreten Anlass: das Abendessen heute, das Grillen am Wochenende, das Menü für Weihnachten.

Woher die Rezepte kommen, hängt stark vom Alter ab. Von den 18- bis 24-Jährigen nennen nur 23 Prozent Kochbücher als Quelle, von den über 55-Jährigen 44 Prozent. Jüngere holen sich ihre Kochideen oft aus sozialen Netzwerken (54 Prozent der 18- bis 24-Jährigen, 55 Prozent der 25- bis 34-Jährigen) und aus Kochvideos (39 und 38 Prozent).

Im Katalog von trusted blogs zeigt sich, wie gefragt das Thema in der Suche ist. 403 Blogs sind dem Thema Essen & Kochen zugeordnet. Die Hälfte davon kommt auf mehr als rund 1.100 geschätzte Suchzugriffe im Monat. Über alle Themen liegt dieser Mittelwert bei rund 650. 157 Foodblogs liegen über 1.000 Zugriffen im Monat. Nur Reisen & Outdoor und Technologie & Digitales haben mehr Blogs in dieser Größenordnung (Stand 10. Oktober 2026).

Ehrlicherweise sind das Schätzungen. Unser Datenanbieter DataForSEO leitet sie aus den Google-Platzierungen eines Blogs ab. Sie zeigen, wie gut ein Blog in der Suche gefunden wird. Wie viele Menschen ihn tatsächlich lesen, weiß nur der Betreiber.

Was Googles KI-Rezepte verändern

Im März 2025 begann Google, im neuen KI-Modus seiner Suche eigene Rezepte anzuzeigen. Die KI setzte sie aus mehreren Rezepten verschiedener Blogs zusammen. Der Guardian hat im Dezember 2025 beschrieben, was das für Rezeptblogger bedeutet. Carrie Forrest vom Blog Clean Eating Kitchen sagte Bloomberg, sie habe in den vergangenen zwei Jahren 80 Prozent ihrer Besucher verloren. Adam Gallagher vom Blog Inspired Taste beobachtet, dass Google seine Seite häufiger anzeigt, sie aber seltener besucht wird. Tom Critchlow vom Medienunternehmen Raptive, das für viele Foodblogger Werbekunden vermittelt, sieht die Ursache bei Google selbst: bei den Änderungen am Suchalgorithmus und beim KI-Modus.

Andere Blogs halten ihre Zahlen bisher stabil. Karen Tedesco (Familystyle Food) und Jim Delmage (Sip and Feast) führen das darauf zurück, dass sie weniger auf Suchmaschinen gesetzt haben und mehr auf Leser, die regelmäßig wiederkommen. Tedesco erklärt in ihren Rezepten, warum sie etwas so macht. In ihrem Rezept für Fleischbällchen steht zum Beispiel, warum in Milch eingeweichte Semmelbrösel für die Konsistenz wichtig sind. Dazu kommen ein Dutzend Fotos der Arbeitsschritte und ein Video. In der KI-Fassung ihres Rezepts blieben davon eine Zutatenliste und sechs einfache Arbeitsschritte übrig.

Google hat inzwischen nachgebessert. Seit März 2026 führen die Rezeptergebnisse im KI-Modus per Klick auf ein Gericht zu den Rezeptseiten, ergänzt um eine kurze Übersicht. Die Berichte stammen aus dem englischsprachigen Raum. Für deine Auswahl heißt das trotzdem: Achte darauf, wie stark ein Foodblog von der Google-Suche abhängt. Was die Zahlen insgesamt über Blogs und KI-Übersichten zeigen, steht in Sind Blogs tot? Was die Zahlen 2026 zeigen.

Zwei Frauen prüfen an einem großen Bildschirm die Rezeptfotos eines Foodblogs

Sechs Kriterien für einen passenden Foodblog

1. Ein klarer Themenfokus

Foodblog ist ein weiter Begriff. Dazu zählen Backblogs, vegane Küche, Grillen, Familienküche, Meal Prep, Fermentieren und regionale Küche. Ein Hersteller von Backzutaten braucht einen Backblog. Ein Grillblog mit doppelt so vielen Besuchern hilft ihm wenig. Schau deshalb ins Archiv: Worüber schreibt der Blog seit Jahren? Die Kategorien und die letzten zwanzig Beiträge sagen mehr als jede Selbstbeschreibung.

Prüfe auch, ob der Blog so kocht wie deine Zielgruppe. Für Hobbyköche ist laut YouGov der Preis das wichtigste Kriterium beim Kochen (56 Prozent). Laut einem YouGov-Report vom April 2025 verbringen 60 Prozent der Deutschen ungern mehr als 30 Minuten mit der Zubereitung des Abendessens. Ein Blog mit aufwendigen Sonntagsbraten erreicht andere Leser als einer mit schnellen Gerichten nach Feierabend. Welcher passt, hängt von deinem Produkt ab.

2. Rezepte, die gelingen

Ein gutes Rezept nennt genaue Mengen, Zeiten und Arbeitsschritte. Die Fotos zeigen das fertige Gericht und oft auch Zwischenschritte. Gute Foodblogger erklären außerdem, warum sie etwas so machen und was sich ersetzen lässt. Ob die Rezepte funktionieren, zeigen die Kommentare. Leser berichten dort, dass sie nachgekocht haben, was sie verändert haben und was schiefging. Antwortet der Blogger auf Rückfragen, ist das ein gutes Zeichen.

3. Stammleser

Leser, die wiederkommen, machen einen Blog unabhängiger von Google. Du erkennst sie an wiederkehrenden Namen in den Kommentaren, an einem Newsletter und an eigenen Kanälen, auf denen Leser mitreden. Frag den Blogger ruhig direkt, woher seine Besucher kommen: aus der Suche, aus sozialen Netzwerken, über den Newsletter oder direkt. Kommt fast alles über Google, hängt die Wirkung deines Beitrags stärker von der Suchmaschine ab. Wie Blogger mit Kommentaren eine Gemeinschaft aufbauen, steht in Kommentare auf deinem Blog strategisch nutzen.

4. Sichtbarkeit in der Suche

Ein gut platziertes Rezept wird über Jahre gefunden. Spargelrezepte werden jedes Frühjahr wieder gesucht, Plätzchenrezepte jeden Advent. Mach einen einfachen Test: Such nach Gerichten aus der Nische, etwa „Linsensuppe vegan“ oder „Sauerteigbrot für Anfänger“, und sieh nach, ob der Blog auftaucht.

Achte dabei auf die Darstellung. Google kann Rezepte in den Suchergebnissen mit Bewertungen, Zubereitungszeit, Kalorien und Bild anzeigen. Voraussetzung ist, dass der Blog seine Rezepte mit strukturierten Daten auszeichnet. Erscheinen die Rezepte eines Blogs mit Sternen und Zeitangabe, hat der Betreiber diese Arbeit gemacht.

Bei trusted blogs siehst du für jeden Blog Kennzahlen von DataForSEO, darunter Domain Rank, Backlinks und den geschätzten organischen Traffic. Was die Werte bedeuten, erklärt der Hilfeartikel SEO-Kennzahlen. Warum zeitlose Inhalte so lange tragen, steht in Evergreen-Content: Dein Fundament für dauerhaften Traffic.

5. Regelmäßige Beiträge

Sieh dir das Datum der letzten Beiträge an. Ein Blog, der seit Monaten nichts veröffentlicht hat, lebt von alten Artikeln. Bei Foodblogs lohnt zusätzlich ein Blick auf den Jahreslauf. Gibt es jedes Jahr Grillrezepte im Mai und Plätzchen im November? Dann plant der Blogger seine Themen nach der Saison, und dein saisonales Produkt findet dort einen festen Platz. Auf der Profilseite eines Blogs bei trusted blogs siehst du seine neuesten Artikel.

6. Frühere Kooperationen

Lies zwei oder drei Beiträge, die der Blog schon für andere Marken geschrieben hat. Drei Fragen helfen:

  • Ist der Beitrag gekennzeichnet? Fehlt die Kennzeichnung, ist das ein Risiko für beide Seiten. Was gilt, steht in Kennzeichnungspflicht bei Blog-Kooperationen: Das musst du wissen.
  • Steckt das Produkt im Rezept? Eine Zutat, mit der gekocht wird, überzeugt mehr als eine Packung am Bildrand.
  • Klingt der Text wie der Rest des Blogs? Ändern sich Ton und Sprache bei bezahlten Beiträgen deutlich, merken das auch die Leser.

Schau zum Schluss in die Kommentare unter diesen Beiträgen. Stellen Leser dort echte Fragen zum Rezept, hat die Kooperation sie erreicht.

Frau plant am Laptop eine Kooperation, auf ihrem Notizblock stehen Ziel, Budget und Zeitrahmen

Was ein Foodblog-Beitrag kostet und wie viel Vorlauf er braucht

Ein Rezeptbeitrag ist viel Arbeit. Der Blogger kauft ein, entwickelt das Rezept, kocht es oft mehrmals, fotografiert und schreibt. Ein Paket mit Produkten bezahlt diese Arbeit nicht. Bei trusted blogs liegt der Basispreis für einen Artikel bei 80 Prozent der freigeschalteten Blogs zwischen 120 und 500 Euro, im Schnitt bei rund 272 Euro. Die Zahlen gelten für alle Themen (Stand 10. Oktober 2026). Eine Rezeptentwicklung mit Prozessfotos oder Video kostet mehr Zeit. Kläre deshalb vorab, was im Preis enthalten ist.

Zwei Punkte gehören zusätzlich ins Gespräch:

  • Bildrechte. Willst du die Fotos auf deiner Website oder in Anzeigen nutzen, ist das eine eigene Vereinbarung mit eigenem Preis. Wie du solche Rechte regelst, steht in Content-Repurposing: Erreiche mehr Leser ohne neuen Content.
  • Vorlauf. Ein Weihnachtsrezept soll online sein, bevor die Leser ihr Menü planen. Entwickelt und fotografiert wird es also deutlich früher. Plane saisonale Themen mit einigen Monaten Vorlauf. Läuft der Blog nebenberuflich, braucht der Betreiber noch mehr Zeit.

Wie du eine Kooperation Schritt für Schritt planst und was ins Briefing gehört, steht in Kooperationen mit Bloggern erfolgreich planen.

Zwei Frauen bereiten in einer Küche frisches Gemüse zu, im Hintergrund steht eine Kamera auf einem Stativ

Formate, die bei Foodblogs funktionieren

  • Rezeptentwicklung: Der Blogger entwickelt ein eigenes Rezept mit deinem Produkt als Zutat. Gib Produkt und Richtung vor, das Rezept selbst sollte vom Blogger kommen. Es muss zu seinem Blog und seinen Lesern passen, damit es nachgekocht wird.
  • Rezeptserie: Drei oder vier Rezepte über eine Saison zeigen, wie vielseitig ein Produkt ist. Leser sehen es mehrmals und in verschiedenen Gerichten.
  • Praxistest: Küchengeräte überzeugen erst im Alltag. Ein Test über mehrere Wochen mit Vor- und Nachteilen beantwortet die Fragen, die vor dem Kauf zählen.
  • Saisonbeitrag: Spargelzeit, Grillsaison, Weihnachtsbäckerei. Solche Beiträge werden jedes Jahr neu gesucht.
  • Begleitung in sozialen Netzwerken: Hat der Blogger eigene Kanäle, kann ein Pin oder ein kurzes Video auf das Rezept verweisen. So erreichst du auch die Jüngeren, die ihre Kochideen laut YouGov mehrheitlich aus sozialen Netzwerken holen. Wie Pinterest Besucher auf einen Blog bringt, steht in Pinterest: So gewinnst du mehr Blog-Traffic.

Was bei Lebensmittelwerbung rechtlich gilt

Ein bezahlter Rezeptbeitrag ist Werbung und muss als solche gekennzeichnet werden. Bei Lebensmitteln kommt eine zweite Regel dazu. Die EU-Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben (EG) Nr. 1924/2006, kurz Health-Claims-Verordnung, gilt für Kennzeichnung, Aufmachung und Werbung von Lebensmitteln. Gemeint sind Aussagen wie „reich an Ballaststoffen“ oder Versprechen, ein Lebensmittel sei gut für Knochen, Immunsystem oder Verdauung. Erlaubt sind nur Angaben, die im EU-Register der nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben als zulässig geführt werden, und nur unter den dort genannten Bedingungen.

Für die Praxis heißt das:

  • Gib dem Blogger die zulässigen Formulierungen für dein Produkt ins Briefing.
  • Was du auf der Verpackung nicht versprechen darfst, gehört auch nicht in den Beitrag.
  • Lass Aussagen zur Gesundheit vor der Veröffentlichung von deiner Rechtsabteilung oder anwaltlich prüfen.

Ehrlicherweise ist die Abgrenzung im Einzelfall kompliziert. Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung.

Frau präsentiert einem Team die Kennzahlen einer Kooperation, auf dem Bildschirm sind Zugriffe nach Quelle und Verweildauer zu sehen

Erfolg messen

Leg vor dem Start fest, was die Kooperation erreichen soll, und sprich die Kennzahlen mit dem Blogger ab. Für Foodblogs eignen sich vor allem diese:

  • Klicks auf deine Seite über einen Link mit Kampagnenparametern
  • Eingelöste Rabattcodes, wenn du einen Code mitgibst
  • Platzierung des Rezepts bei Suchbegriffen rund um dein Produkt oder die Zutat
  • Kommentare unter dem Beitrag: Haben Leser nachgekocht, fragen sie nach dem Produkt?
  • Speicherungen auf Pinterest, wenn der Blogger diese Zahlen teilt

Miss zweimal: nach vier Wochen und nach einem Jahr. Ein gut platziertes Rezept kann auch im zweiten Jahr noch Besucher bringen, besonders bei saisonalen Gerichten. Welche Kennzahl zu welchem Ziel passt, steht ausführlicher in Blog- oder Influencer-Marketing: Was passt zu dir.

Frag nach dem Ende der Kooperation auch den Blogger: Welche Fragen kamen von den Lesern? Was kam gut an? Die Antworten helfen dir beim nächsten Briefing.

Was das für Foodblogger heißt

Wenn Unternehmen nach diesen Kriterien auswählen, kannst du dich darauf einstellen.

  • Beschreibe deinen Schwerpunkt konkret. „Vegane Alltagsküche in 30 Minuten“ sagt einem Unternehmen mehr als „Rezepte und mehr“.
  • Kenne deine Besucherquellen. Wie viele Leser kommen über die Suche, über soziale Netzwerke, über den Newsletter? Nenne die Zahlen in deinem Media Kit. Wie das aussieht, steht in Media Kit erstellen: So überzeugst du Marken.
  • Pflege deine Stammleser. Beantworte Kommentare und baue einen Newsletter auf. Warum sich das lohnt, steht in Deine E-Mail-Liste bringt dir mehr als Follower.
  • Prüfe die Auszeichnung deiner Rezepte. Mit dem Test für Rich-Suchergebnisse von Google siehst du, ob deine Rezepte strukturierte Daten haben.
  • Nenne Preise, die deine Arbeit abbilden. Rezeptentwicklung, Fotos und Text kosten Zeit. Bildrechte für das Unternehmen sind eine eigene Leistung.
  • Übernimm keine Gesundheitsversprechen ungeprüft. Steht im Briefing, ein Produkt stärke das Immunsystem, frag nach, ob die Angabe zugelassen ist.

Deinen Blog meldest du über die Seite für Blogger an.

Unsere Einschätzung

Vorweg: trusted blogs vermittelt Blog-Kooperationen. Neutral ist unser Blick also nicht.

Für Lebensmittel, Küchengeräte und saisonale Produkte gehören Foodblogs zu den stärksten Partnern im Blog-Marketing. Ihre Leser suchen aktiv nach Rezepten, und ein gutes Rezept wird über Jahre nachgekocht. Die Suchreichweite allein ist aber unsicherer geworden, seit Google Rezepte selbst zusammensetzt. Wir würden bei der Auswahl heute stärker auf Stammleser achten als auf Besucherzahlen. Ein Blog mit 3.000 Lesern, die seine Rezepte wirklich kochen, kann für dein Produkt mehr bewirken als einer mit 30.000 Besuchern, die nur schnell eine Zutatenliste suchen.

Passende Foodblogs mit ihren Kennzahlen findest du auf unserer Themenseite Foodblogs für Kooperationen finden. Wie Buchung und Ausschreibung ablaufen, steht in Blog-Kooperationen findest du ohne Kaltakquise.

Mit welchem Foodblog hast du schon gut zusammengearbeitet, und woran hast du gemerkt, dass er passt? Bloggst du selbst über Essen, interessiert uns, wie sich deine Besucherzahlen seit den KI-Übersichten verändert haben. Schreib es uns in die Kommentare.

Quellen

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