
Sind Blogs tot? Was die Zahlen 2026 zeigen
Das Wichtigste in Kürze:
- Bei rund 20 Prozent der Suchbegriffe in Deutschland zeigt Google eine KI-Übersicht. Dann klicken nur noch 11 statt 27 Prozent auf den ersten Treffer.
- Am stärksten verlieren Ratgeberthemen wie Gesundheit und Familie. Rezeptseiten verlieren kaum.
- Etwa die Hälfte aller neuen englischsprachigen Artikel ist überwiegend KI-generiert.
- Trotzdem stammen 86 Prozent der Artikel, die bei Google ranken, und 82 Prozent der Artikel, die ChatGPT zitiert, von Menschen.
- Unter Druck steht der austauschbare Ratgebertext. Blogs mit eigener Erfahrung, eigenen Daten und eigener Haltung werden als Quelle wichtiger.

Was dafür spricht, dass Blogs sterben
Die Frage kommt alle paar Jahre wieder. Erst sollte Facebook die Blogs ablösen, dann Instagram, dann TikTok. Jetzt beantworten KI-Assistenten die Fragen, für die man früher einen Blogartikel geöffnet hat. Diesmal gibt es Zahlen, die den Abgesang stützen. Es gibt aber auch Zahlen, die klar dagegen sprechen. Wir haben beide Seiten zusammengetragen und sagen am Ende, wo wir stehen. Wir beginnen mit den Argumenten dafür.
Die Klicks gehen zurück
Das stärkste Argument liefert Google selbst. Über vielen Suchergebnissen steht heute eine KI-Übersicht. Seit Oktober 2025 gibt es in Deutschland zusätzlich den KI-Modus. Beide beantworten die Frage direkt auf der Ergebnisseite.
SISTRIX hat über 100 Millionen Suchbegriffe in Deutschland ausgewertet (Stand August 2026). Rund 20 Prozent davon lösen eine KI-Übersicht aus. Steht sie über den Ergebnissen, klicken nur noch 11 Prozent auf den ersten Treffer. Ohne KI-Übersicht sind es 27 Prozent. Hochgerechnet verlieren deutsche Websites so jeden Monat 265 Millionen Klicks. Das sind 6,6 Prozent aller organischen Klicks.
Internationale Auswertungen zeigen dieselbe Richtung. Ahrefs hat 300.000 Suchbegriffe verglichen und kommt bei Suchanfragen mit KI-Übersicht auf eine um 58 Prozent niedrigere Klickrate für den ersten Treffer (Datenstand Dezember 2025). Das Pew Research Center hat das Suchverhalten von 900 Erwachsenen in den USA beobachtet. Erschien eine KI-Zusammenfassung, klickten sie in 8 Prozent der Fälle auf ein Suchergebnis. Ohne Zusammenfassung waren es 15 Prozent. Auf die Quellenlinks in der Zusammenfassung selbst klickte nur 1 Prozent.
Es trifft genau die klassischen Blogthemen
Die Verluste verteilen sich ungleich. Laut SISTRIX verlieren Gesundheitsportale bis zu 30 Prozent ihrer Klicks durch KI-Übersichten, Eltern- und Babyseiten über 24 Prozent. In genau diesen Themen sind viele Blogs zu Hause. Wer jahrelang Fragen wie „Ab wann darf ein Baby Wasser trinken?“ beantwortet hat, sieht diese Leser heute seltener.
Die Konkurrenz schreibt jetzt die Maschine
Graphite hat 55.400 englischsprachige Artikel aus den Jahren 2020 bis 2026 untersucht. Im ersten Quartal 2026 war knapp die Hälfte davon überwiegend KI-generiert (49,9 Prozent). Seit Anfang 2025 hält sich der Anteil bei etwa 50 Prozent. Ein durchschnittlicher Artikel zu einem Allerweltsthema konkurriert also mit Texten, deren Herstellung fast nichts kostet.
Die Gewohnheiten ändern sich
Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2026 nutzen 59 Prozent der Menschen in Deutschland ab 14 Jahren zumindest gelegentlich KI-Anwendungen, 37 Prozent sogar jede Woche. Ein Jahr zuvor waren es wöchentlich 22 Prozent. Bei den 14- bis 29-Jährigen greifen 92 Prozent zumindest gelegentlich zu KI. Wer eine Frage hat, tippt sie immer öfter in ein Chatfenster.

Was dagegen spricht
KI-Antworten brauchen Quellen, und die schreiben Menschen
Graphite hat auch untersucht, welche Texte tatsächlich sichtbar werden (Oktober 2025). 86 Prozent der Artikel in den Google-Ergebnissen stammen von Menschen. Auf Platz 1 liegt der Anteil KI-generierter Artikel bei nur 7 Prozent. Bei den Quellen, die ChatGPT und Perplexity in ihren Antworten nennen, kommen 82 Prozent von Menschen.
Die Masse an Maschinentexten ist also da. Gefunden und zitiert werden trotzdem überwiegend Texte von Menschen. Ein KI-Assistent, der seine Antwort belegen soll, braucht Seiten, auf die er verweisen kann: einen Test, eine Erfahrung, eine sorgfältige Recherche. Genau das liefern gute Blogs.
Leser wollen wissen, woher eine Information kommt
Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 zeigt auch die andere Seite der KI-Nutzung. 54 Prozent der Nutzer begegnen KI-Texten mit Skepsis und prüfen sie auf sachliche Fehler. 81 Prozent halten es für wichtig, dass offengelegt wird, aus welchen Quellen eine KI schöpft. Ein Blog mit einer erkennbaren Person dahinter ist eine solche Quelle. Wer etwas selbst getestet hat, kann dafür geradestehen.
Nicht jedes Thema verliert
Chefkoch verliert laut SISTRIX gut 1 Prozent seiner Klicks durch KI-Übersichten. Wer ein Rezept nachkochen will, braucht die Zutatenliste, die einzelnen Schritte und die Fotos. Eine Zusammenfassung von drei Sätzen hilft dabei wenig.
Blogs liefern weiter Ergebnisse
Orbit Media befragt jedes Jahr Content-Marketer zu ihren Blogs. 2025 berichteten 21 Prozent von starken Ergebnissen, weitere 60 Prozent von einigen Ergebnissen. Ehrlicherweise gehört dazu: Der Anteil mit starken Ergebnissen sinkt seit sieben Jahren. Wer allerdings ausführliche Artikel ab 2.000 Wörtern veröffentlicht, berichtet zu 39 Prozent von starken Ergebnissen.

Unsere Einschätzung: Ein bestimmter Blog-Typ verliert
Der Blog als Format lebt. Unter Druck steht ein bestimmtes Geschäftsmodell: Texte, die eine einfache Frage beantworten und davon leben, dass Google den Leser vorbeischickt. Diese Antworten gibt die Suchmaschine inzwischen selbst.
Gebraucht werden Blogs, die etwas bieten, das eine KI aus vorhandenen Texten nicht erzeugen kann:
- Erfahrung: Du hast das Produkt benutzt, die Reise gemacht, das Rezept fünfmal gekocht.
- Eigene Daten und Bilder: Messwerte, Vergleiche, Fotos aus der eigenen Küche oder Werkstatt.
- Haltung: eine begründete Meinung, für die jemand mit Namen steht.
- Stammleser: Menschen, die wegen dir kommen und über Newsletter, Kommentare oder Lesezeichen zurückkehren.
Google hat Ende 2022 eigene Erfahrung ausdrücklich in seine Qualitätskriterien aufgenommen. Seitdem steht das erste E in E-E-A-T für „Experience“.
Auch KI nutzen in der Umfrage von Orbit Media 95 Prozent der Befragten zumindest gelegentlich. Einen Zusammenhang mit besseren Ergebnissen zeigt die Umfrage bisher nicht. Das überrascht uns nicht. KI ist ein Instrument, das man beherrschen muss. Wer es beherrscht, recherchiert schneller und schreibt klarer. Wer es nur besitzt, produziert genau den austauschbaren Text, den heute niemand mehr anklickt.

Was das für dich als Blogger heißt
- Prüfe deine Artikel. Welche beantworten nur eine Frage, die auch eine KI-Übersicht beantworten kann? Diese Texte verlieren am ehesten. Ergänze sie um eigene Erfahrung, Bilder oder Zahlen. Oder fasse mehrere dünne Artikel zu einem starken zusammen.
- Schreib, was nur du schreiben kannst. Ein Erfahrungsbericht mit eigenen Fotos lässt sich nicht aus anderen Texten zusammensetzen.
- Bau dir einen direkten Draht zu deinen Lesern auf. Wer deinen Newsletter abonniert hat, braucht keine Suchmaschine, um dich zu finden. Warum das mehr bringt als Follower, haben wir in Deine E-Mail-Liste bringt dir mehr als Follower beschrieben.
- Setz KI bewusst ein. Wo sie hilft und wo sie schadet, hängt von deinem Thema ab.

Was das für Unternehmen heißt
Wenn weniger Menschen klicken, wird wichtiger, in welchen Texten eine Marke vorkommt. KI-Übersichten und Chatbots setzen ihre Antworten aus Quellen zusammen, und diese Quellen sind überwiegend Artikel von Menschen. Ein Fachartikel auf einem thematisch passenden Blog wirkt deshalb auf zwei Ebenen. Er bringt einen Backlink, der weiterhin zu den stärksten Rankingsignalen gehört. Und er platziert deine Marke in einem Text, den Menschen lesen und den KI-Assistenten als Quelle heranziehen können.
Bei der Auswahl helfen dieselben Fragen, die sich auch Leser stellen: Steht eine erkennbare Person hinter dem Blog? Schreibt sie aus eigener Erfahrung? Geht der Inhalt über eine Standardantwort hinaus? Woran du geprüfte Blogs erkennst, liest du in Geprüfte Blogs erkennst du als sichere Kooperationspartner. Passende Blogs für Kooperationen findest du im Marktplatz von trusted blogs.

Unsere Antwort
Blogs bleiben gefragt. Der Blog, der eine Frage beantwortet, die Google inzwischen selbst beantwortet, verliert seine Leser. Der Blog, hinter dem ein Mensch mit Erfahrung und Haltung steht, wird als Quelle wichtiger. Das ist unbequem für alle, die mit wenig Aufwand viele Klicks eingesammelt haben. Für alle anderen ist es eine gute Nachricht. Mehr Reichweite für deinen Blog bekommst du mit dem Promotion-Abo von trusted blogs.
Wie siehst du das? Merkst du die KI-Übersichten in deinen Zugriffszahlen, oder läuft dein Blog besser als je zuvor? Schreib uns deine Erfahrung in die Kommentare.
Quellen
- SISTRIX: AI Overviews in Deutschland: So stark sinken die Klickraten wirklich (veröffentlicht 25.02.2026, aktualisiert 21.08.2026)
- Ahrefs: Update: AI Overviews Reduce Clicks by 58% (Datenstand Dezember 2025)
- Pew Research Center: Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results (22.07.2025)
- Graphite: AI Now Writes as Many Online Articles as Humans Do (15.05.2026)
- Graphite: How Does AI-Generated Content Perform in Search and Answer Engines? (14.10.2025)
- ARD/ZDF-Medienstudie 2026, Bericht bei t3n: ARD/ZDF-Medienstudie 2026: KI-Nutzung (24.09.2026)
- Orbit Media: The 12th Annual Blogger Survey (2025)