
Sind Backlinks noch Ranking-Faktor Nummer eins?
Das Wichtigste in Kürze:
- 2016 zählte Google Links zu den drei wichtigsten Ranking-Faktoren. 2023 widersprach Gary Illyes von Google: Links gehörten schon eine Weile nicht mehr zu den Top drei.
- Bedeutungslos sind Links damit nicht. PageRank ist laut Google weiterhin Teil seiner wichtigsten Ranking-Systeme.
- Ganz ohne Links wird es schwer. Von rund 20 Millionen Seiten ohne eine einzige verweisende Domain fand Ahrefs nur 2.997 mit mehr als 1.000 Suchbesuchen im Monat.
- Gekaufte Links, die Ranking weitergeben, wertet Google als Spam. Seit Dezember 2022 neutralisiert das System SpamBrain solche Links automatisch.
- In Googles KI-Übersichten tauchen vor allem Marken auf, über die im Web viel geschrieben wird. Mit der Zahl der Backlinks hängt das laut einer Ahrefs-Studie deutlich schwächer zusammen.

Was Google selbst über Links sagt
Dieser Artikel hieß bis Oktober 2026 „Backlinks bleiben Ranking-Faktor Nummer eins“. Für diese These fehlt ein Beleg. Deshalb steht jetzt ein Fragezeichen dahinter.
2016 zählte Andrey Lipattsev, damals Stratege für Suchqualität bei Google, Links zu den drei wichtigsten Ranking-Faktoren. Die anderen beiden waren Inhalte und das lernende System RankBrain. Aus dieser Aussage stammt die Formel vom Backlink als Top-Faktor. Seitdem klingt Google deutlich zurückhaltender:
- November 2022: Duy Nguyen aus Googles Team für Suchqualität sagte in Googles SEO-Sprechstunde, Backlinks hätten als Signal viel weniger Einfluss als in den Anfangsjahren der Google-Suche.
- September 2023: Gary Illyes aus dem Google-Suchteam sagte auf der Konferenz Pubcon Pro in Austin: „Ich halte sie für wichtig, aber ich glaube, die Leute überschätzen die Bedeutung von Links. Ich sehe sie nicht unter den Top drei. Das ist schon eine Weile so.“ Ranken sei auch ganz ohne Links möglich.
- März 2024: In Googles Spamrichtlinien stand bis dahin, Links seien „ein wichtiger Faktor“ für die Relevanz von Webseiten. In der Fassung vom 18. März 2024 fehlte das Wort „wichtig“. Heute steht der Satz gar nicht mehr in den Richtlinien.
- April 2024: Auf der SERP Conf in Bulgarien sagte Illyes laut einem Teilnehmer: „Wir brauchen sehr wenige Links, um Seiten zu ranken. Über die Jahre haben wir Links weniger wichtig gemacht.“ Auf X bestätigte er das Zitat mit dem Satz, das hätte er nicht sagen sollen.
Aus Googles Systemen verschwunden sind Links trotzdem nicht. In seinem Leitfaden zu den Ranking-Systemen schreibt Google, PageRank habe sich seit dem Start stark verändert und sei „weiterhin Bestandteil unserer wichtigsten Ranking-Systeme“. Und auf der Seite, die erklärt, wie Google Suchergebnisse sortiert, steht: Google prüft, „ob bekannte Websites auf die jeweiligen Inhalte verweisen“. Das deute in der Regel auf eine vertrauenswürdige Quelle hin.
Ehrlicherweise veröffentlicht Google keine Rangliste seiner Faktoren. Wer heute von „Ranking-Faktor Nummer eins“ spricht, kann sich dabei auf keine Aussage von Google stützen. Belegt ist: Links zählen weiterhin. Laut Google zählen sie weniger, als viele glauben.

Was Daten über Links und Suchtraffic zeigen
Das SEO-Werkzeug Ahrefs hat rund 14 Milliarden Seiten aus seiner Datenbank ausgewertet und die Ergebnisse im Dezember 2023 veröffentlicht. 96,55 Prozent dieser Seiten bekommen keinen einzigen Besucher über Google. Weitere 1,94 Prozent kommen auf ein bis zehn Besuche im Monat.
Fehlende Links sind einer der Gründe, die Ahrefs nennt. Rund 20 Millionen Seiten im Index haben keine einzige verweisende Domain. Nur 2.997 davon kommen auf mehr als 1.000 Suchbesuche im Monat, also etwa eine von 6.671. Insgesamt gilt: Seiten mit mehr verweisenden Domains bekommen mehr Traffic und ranken für mehr Suchbegriffe.
Ehrlicherweise hat die Studie Haken. Ahrefs verkauft selbst ein Werkzeug zur Backlink-Analyse und zählt Backlinks in der Studie weiterhin zu Googles drei wichtigsten Ranking-Faktoren. Google selbst sagt seit 2023 etwas anderes. Die Besucherzahlen sind zudem Schätzwerte. Ahrefs schreibt außerdem selbst, dass Korrelation keine Kausalität beweist. Ob die Links den Traffic bringen oder ob gute Seiten einfach beides bekommen, Links und Besucher, zeigt die Auswertung nicht.
Zusammen mit Googles Aussagen ergibt sich trotzdem ein stimmiges Bild. Ganz ohne Links wird es schwer, über die Suche gefunden zu werden. Eine große Zahl an Links garantiert dagegen nichts.

Welche Links zählen und welche Google aussortiert
Google beschreibt Link-Spam als „das Erstellen von Links zu oder von einer Website, hauptsächlich um das Suchranking zu manipulieren“. Im Umkehrschluss sind die Links gewollt, die jemand für seine Leser setzt.
Diese Links wertet Google als Spam
Die Spamrichtlinien nennen unter anderem:
- Geld, Waren oder Dienstleistungen im Tausch gegen Links oder gegen Beiträge mit Links,
- ein Produkt, das jemand bekommt, damit er darüber schreibt und verlinkt,
- exzessiven Linktausch („Verlink auf meine Website und ich verlinke auf deine“),
- Links, die Programme oder Dienste automatisch erzeugen,
- bezahlte Artikel, deren Links Ranking weitergeben,
- optimierten Ankertext in Artikeln, Gastbeiträgen oder Pressemitteilungen auf fremden Seiten,
- Links aus minderwertigen Verzeichnissen und Lesezeichen-Seiten.
Gegen bezahlte Links hat Google nichts, solange sie kein Ranking weitergeben. Dafür gibt es das Attribut rel="sponsored". Wie du Kennzeichnung und Link-Attribut richtig einsetzt, steht in Kennzeichnungspflicht bei Blog-Kooperationen: Das musst du wissen. Warum ein vorgegebener Linktext mit Suchbegriff deinem Partner schaden kann, liest du in Kooperationen mit Bloggern erfolgreich planen.
Google sortiert solche Links selbst aus
Seit Dezember 2022 setzt Google dafür sein KI-gestütztes System SpamBrain ein. Es erkennt laut Google sowohl Websites, die Links kaufen, als auch Websites, die vor allem dazu dienen, ausgehende Links weiterzugeben. Google neutralisiert solche Links. Jeder Ranking-Vorteil, den sie bis dahin gebracht haben, geht verloren.
Seit 2019 behandelt Google die Attribute sponsored, ugc und nofollow als Hinweise. Google entscheidet also selbst, wie es einen so markierten Link einbezieht. Auch der Linktext hilft Google dabei, zu verstehen, worum es auf der verlinkten Seite geht.
Worauf du bei einem Link achtest
- Passt das Thema? Ein Link aus einem Artikel zum selben Thema bringt dir Leser, die sich wirklich dafür interessieren. Wie stark Google die thematische Nähe gewichtet, legt Google nicht offen.
- Steht der Link im Text? Ein Link mitten in einem Artikel, der deinen Inhalt aufgreift, gibt Lesern einen Grund zum Klicken. In einer langen Linkliste fehlt dieser Grund.
- Beschreibt der Linktext das Ziel? Ein natürlicher Linktext sagt, was den Leser erwartet. Steht in jedem Link derselbe Suchbegriff, sieht das nach Steuerung aus.
- Ist die Seite echt? Ein erkennbarer Betreiber, eigene Artikel und ein Thema über die Jahre. Wie du das prüfst, steht in Geprüfte Blogs erkennst du als sichere Kooperationspartner.

Toxische Links und Disavow: für die meisten Seiten kein Thema
Der Rat, regelmäßig nach „toxischen“ Links zu suchen und sie per Disavow-Datei zu entwerten, hält sich hartnäckig. Auch eine frühere Fassung dieses Artikels hat ihn gegeben. Google sieht das zurückhaltender. In der Hilfe zum Tool „Links für ungültig erklären“ steht: „In den meisten Fällen kann Google ohne zusätzliche Hilfe beurteilen, welche Links vertrauenswürdig sind, sodass dieses Tool für die meisten Websites nicht verwendet werden muss.“
Sinnvoll ist das Tool laut Google nur, wenn zwei Dinge zusammenkommen. Es zeigt eine erhebliche Zahl von Spam-, künstlichen oder minderwertigen Links auf deine Seite. Und diese Links haben eine manuelle Maßnahme ausgelöst oder werden das wahrscheinlich tun. Ob gegen deine Seite eine manuelle Maßnahme vorliegt, siehst du in der Google Search Console.
Für einen normalen Blog oder Firmenauftritt heißt das: Links, die du weder gesetzt noch bestellt hast, kannst du in aller Regel ignorieren.
Backlinks, Markennennungen und KI-Übersichten
Über vielen Suchergebnissen steht heute eine KI-Übersicht. Wie stark das die Klicks auf Blogs verändert, haben wir in Sind Blogs tot? Was die Zahlen 2026 zeigen zusammengetragen. Hier geht es um eine andere Frage: Welche Marken nennt die KI-Übersicht überhaupt?
Ahrefs hat dafür 75.000 Marken untersucht und die Ergebnisse im Mai 2025 veröffentlicht. Gemessen wurde die Rangkorrelation. Bei 1 wäre der Zusammenhang vollständig, bei 0 gäbe es keinen. Am stärksten hing die Sichtbarkeit in Googles KI-Übersichten mit den Erwähnungen einer Marke im Web zusammen (0,664). Gezählt hat Ahrefs dabei jede Nennung des Markennamens, egal ob mit oder ohne Link. Danach folgten Links mit dem Markennamen als Linktext (0,527) und das Suchvolumen für den Markennamen (0,392). Die klassischen Linkwerte lagen deutlich darunter: Domain Rating 0,326, verweisende Domains 0,295, Zahl der Backlinks 0,218. Gut ein Viertel der Marken tauchte in keiner einzigen KI-Übersicht auf.
Auch hier gilt: Die Studie zeigt Zusammenhänge. Ob die Erwähnungen die Ursache sind, belegt sie nicht, und Ahrefs weist selbst darauf hin. Sie spricht aber dafür, dass für KI-Antworten zählt, wie oft und wo über eine Marke geschrieben wird. Mit der Zahl der Links hängt die Sichtbarkeit dort deutlich schwächer zusammen.

Was das für Blogger heißt
Dein Blog bekommt Links, und er setzt Links. Für beides gelten dieselben Regeln.
- Links verdienen: Verlinkt wird, was andere zitieren können. Das sind zum Beispiel eigene Zahlen, ein ausführlicher Test mit eigenen Fotos oder eine Übersicht, die es so noch nicht gibt. Wie du Inhalte baust, die über Jahre gefunden werden, steht in Evergreen-Content: Dein Fundament für dauerhaften Traffic.
- Bezahlte Links markieren: Bekommst du Geld oder ein Produkt für einen Beitrag mit Link, bekommt der Link
rel="sponsored". Websites, die vor allem dazu dienen, ausgehende Links weiterzugeben, nennt Google ausdrücklich als Ziel von SpamBrain. - Deine Links ansehen: Der Bericht „Links“ in der Google Search Console zeigt dir die Websites, die am häufigsten auf dich verlinken, und den häufigsten Linktext. Laut Google enthält er nur eine Auswahl aller Links. Für einen Überblick genügt das.
- Deine Zahlen zeigen: Im Profil deines Blogs bei trusted blogs sehen Unternehmen unter anderem Domain Rank und die Zahl der verweisenden Domains, dort unter „Backlinks“. trusted blogs ruft die Werte alle 60 Tage beim Datenanbieter DataForSEO ab, du trägst sie nicht selbst ein. Was sie bedeuten, erklärt der Hilfeartikel SEO-Kennzahlen.
Was das für Unternehmen heißt
- Kauf keine Links fürs Ranking. Bezahlte Links ohne
sponsoredodernofollowverstoßen gegen Googles Spamrichtlinien. Websites, die gegen diese Richtlinien verstoßen, können laut Google schlechter ranken oder ganz aus den Suchergebnissen fallen. Welche Kooperation welchen Link bringt, steht in Gewinne hochwertige Backlinks durch gezielte Blogger-Kooperationen. - Rechne mit Lesern. Ein Artikel auf einem passenden Blog bringt Besucher, die sich für dein Thema interessieren. Und er nennt deine Marke in einem Text, den Menschen lesen. Nach der Ahrefs-Studie hängt genau das mit der Sichtbarkeit in KI-Übersichten zusammen. Die Besucher misst du mit UTM-Parametern, wie in Kooperationen mit Bloggern erfolgreich planen beschrieben.
- Lies die Zahlen als Schätzwerte. Domain Rank und verweisende Domains helfen beim Vergleich zwischen Blogs. Der typische Blog im Katalog von trusted blogs hat 150 verweisende Domains (Median der Blogs mit mindestens einer verweisenden Domain, Stand 10. Oktober 2026). Ob ein Blog zu deinem Produkt passt, zeigen dir erst seine Artikel.
- Sei skeptisch bei Ranking-Garantien. Google schreibt dazu: „Niemand kann Ihnen eine Platzierung bei Google an erster Stelle garantieren.“
Unsere Einschätzung
Vorweg: trusted blogs vermittelt bezahlte Artikel auf Blogs. Im Marktplatz können Blogger außerdem einen Aufpreis für Do-Follow-Links festlegen. Neutral ist unser Blick auf Links also nicht.
„Ranking-Faktor Nummer eins“ lässt sich nicht halten. Google hat Links seit 2016 immer wieder heruntergestuft, öffentlich und in den eigenen Richtlinien. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass eine Seite ganz ohne Links kaum Besucher über die Suche bekommt. Beides stimmt.
Für Unternehmen verschiebt sich damit die Frage. Ein Blogartikel lohnt sich, wenn er Leser bringt und deine Marke dort nennt, wo deine Kunden lesen. Verlinken andere Seiten später freiwillig auf den Artikel oder auf dich, ist das ein Gewinn obendrauf. Wer vor allem Links mit Ranking-Wirkung kaufen will, handelt gegen Googles Spamrichtlinien.
Für Blogger ist die Lage einfacher. Wer für seine Leser verlinkt und bezahlte Links mit sponsored markiert, bewegt sich innerhalb von Googles Regeln.
Wie wichtig sind Backlinks für dich heute noch? Hast du schon erlebt, dass ein einzelner Link spürbar Besucher gebracht hat? Oder hat dich ein Google-Update Rankings gekostet? Schreib uns deine Erfahrung in die Kommentare.
Quellen
- Search Engine Land: Links are not a top 3 Google Search ranking factor, says Gary Illyes (Danny Goodwin, 25.09.2023, mit den Aussagen von Andrey Lipattsev 2016 und Duy Nguyen 2022)
- Search Engine Journal: Google Confirms Links Are Not That Important (Roger Montti, 22.04.2024)
- Google Search Central: Spam policies im Internet Archive, Fassung vom 10.01.2024 („an important factor“) und Fassung vom 18.03.2024 („a factor“)
- Google Search Central: Spamrichtlinien für die Google Websuche (Abschnitt Link-Spam, Stand 02.09.2026)
- Google Search Central: Leitfaden zu Ranking-Systemen der Google Suche (Abschnitt Systeme für Link-Analysen und PageRank, Stand 18.12.2025)
- Google: So ermittelt Google das Ranking von Suchergebnissen
- Google Search Central Blog: December 2022 link spam update (14.12.2022)
- Google Search Central Blog: Evolving „nofollow“: new ways to identify the nature of links (10.09.2019)
- Google Search Central: Ausgehende Links für SEO eingrenzen (Stand 08.03.2026)
- Google Search Central: Benötigst du einen SEO-Experten? (Stand 10.06.2026)
- Search Console-Hilfe: Links zu Ihrer Website für ungültig erklären
- Search Console-Hilfe: Bericht „Links“
- Ahrefs: 96.55% of Content Gets No Traffic From Google (Tim Soulo, 01.12.2023, aktualisiert 12.08.2026)
- Ahrefs: An Analysis of AI Overview Brand Visibility Factors (75K Brands Studied) (Louise Linehan, 26.05.2025)
- trusted blogs: SEO-Kennzahlen des Katalogs (Schätzwerte von DataForSEO, Stand 10.10.2026)