
Geprüfte Blogs erkennst du als sichere Kooperationspartner
Das Wichtigste in Kürze:
- „Geprüft“ ist kein geschützter Begriff. Frag immer, wer was geprüft hat und wann.
- Sechs Punkte prüfst du selbst: Impressum, Autor, Aktivität, Themengeschichte, Kennzeichnung und die Herkunft der Zahlen.
- 2025 stammten laut Thales mehr als 53 Prozent des Web-Traffics von Bots. Besucherzahlen, die ein Blogger selbst meldet, sind deshalb ein schwaches Signal.
- Google wertet gekaufte Links und Gastbeiträge, die vor allem dem Ranking dienen sollen, als Spam. Verliert der Blog dadurch Sichtbarkeit, verliert dein Beitrag sie mit.
- Eine Prüfung durch eine Plattform spart dir Vorarbeit. Ob ein Blog zu deinem Produkt passt, findest du nur heraus, wenn du ihn liest.

Was „geprüft“ bei einem Blog bedeuten kann
Viele Plattformen, Agenturen und Linklisten werben mit geprüften Blogs. Geschützt ist das Wort nicht. Manchmal hat ein Mensch die Seite angesehen. Manchmal hat eine Software nur die Domain vermessen. Und manchmal hat der Betreiber ein Formular ausgefüllt und sich damit selbst bestätigt.
Drei Fragen bringen Klarheit:
- Wer hat geprüft? Ein Mensch, eine Software oder der Blogger selbst?
- Was wurde geprüft? Impressum, Themen und Kennzahlen, oder nur, ob die Seite erreichbar ist?
- Wann? Eine Prüfung bei der Aufnahme vor drei Jahren sagt wenig über den Blog von heute.
Ehrlicherweise garantiert keine Prüfung, dass eine Kooperation gelingt. Sie filtert die offensichtlichen Fälle heraus: Seiten ohne erkennbaren Betreiber, ohne eigene Artikel oder mit Themen, zu denen dort nichts erscheint. Den Rest erledigst du selbst. Die folgenden sechs Punkte schaffst du ohne Spezialwerkzeug.

Sechs Prüfpunkte vor jeder Kooperation
1. Ein Impressum mit Name und Anschrift
Wer einen digitalen Dienst geschäftsmäßig anbietet, muss nach § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes Namen, Anschrift und eine E-Mail-Adresse angeben. Die Angaben müssen leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar sein. Fehlt das Impressum, weißt du nicht, mit wem du einen Vertrag schließt.
Gleiche den Namen im Impressum mit dem Absender des Angebots ab. Meldet sich eine Agentur, die im Impressum nirgends auftaucht, frag nach, in welchem Verhältnis sie zum Blog steht.
2. Ein Mensch hinter den Texten
Google fragt in seinem Leitfaden für hilfreiche Inhalte: „Ist es für deine Besucher offensichtlich, wer deine Inhalte erstellt hat?“ Verfasserzeilen gehören dorthin, wo Leser sie erwarten. Erfundene Namen, falsche Referenzen oder KI-generierte Porträtfotos nennt Google ausdrücklich „eine Form der Täuschung“.
Prüfe deshalb, ob es eine Über-mich-Seite gibt und ob der Name auch außerhalb des Blogs auftaucht, etwa auf LinkedIn oder in Interviews. Eine umgekehrte Bildersuche mit Google Lens oder TinEye zeigt dir, ob das Autorenfoto aus einer Bilddatenbank stammt.
3. Regelmäßige Beiträge
Sieh dir die Daten der letzten zehn Artikel an. Liegen zwischen den Beiträgen viele Monate, frag nach, ob der Blog weitergeführt wird. Dein Artikel soll auch in zwei Jahren noch online stehen.
Zähl dabei mit, wie viele dieser zehn Artikel erkennbar im Auftrag entstanden sind. Besteht das Archiv fast nur aus Gastbeiträgen und Produktlinks, ist der Blog vor allem eine Werbefläche. Was das bei Google bedeutet, liest du weiter unten.
4. Ein Thema über die Jahre
Gib die Domain in die Wayback Machine des Internet Archive ein. Dort siehst du, wie die Seite vor drei oder fünf Jahren aussah und worüber sie damals geschrieben hat.
Vorsicht ist geboten, wenn die Seite früher etwas ganz anderes war. Google zählt den Kauf abgelaufener Domains, die vor allem für bessere Suchplatzierungen umfunktioniert werden, ausdrücklich zum Spam. Eines von Googles Beispielen sind Casino-Inhalte auf der früheren Website einer Grundschule. Ist aus einem Vereinsportal plötzlich ein Blog über Kredite und Haushaltsgeräte geworden, streich ihn von deiner Liste.
5. Ein klarer Umgang mit Kennzeichnung
Sieh dir an, wie der Blog frühere Kooperationen kennzeichnet, und sprich das Thema vor der Buchung an. Fehlt bei einem bezahlten Beitrag der Werbehinweis, können Blogger und Auftraggeber rechtlich haften. Was Gesetz und Landesmedienanstalten verlangen, steht in Kennzeichnungspflicht bei Blog-Kooperationen: Das musst du wissen.
6. Kennzahlen mit Herkunft
Besucherzahlen in einem Media Kit oder auf einem Screenshot stammen vom Blogger. Auch ehrlich gemeldete Zahlen können Bots enthalten. Laut dem Bad Bot Report 2026 von Thales (Imperva) kamen 2025 mehr als 53 Prozent des Web-Traffics von Bots, 40 Prozent allein von bösartigen.
Google Analytics 4 schließt bekannte Bots automatisch aus. Grundlage sind Googles eigene Daten und die Bot-Liste des Branchenverbands IAB. Wie viel Traffic dabei herausfällt, zeigt Google Analytics nicht an. Bots, die weder Google noch die IAB-Liste kennen, bleiben in den Zahlen.
Frag deshalb, woher eine Zahl stammt und für welchen Zeitraum sie gilt. Kennzahlen aus SEO-Tools wie Domain Rank, verweisende Domains oder geschätzter Suchtraffic trägt der Blogger nicht selbst ein. Auch das sind Schätzwerte. Sie lassen sich aber zwischen Blogs vergleichen.
Einen Blick wert sind auch die Kommentare. Beziehen sie sich auf den Inhalt des Artikels, und antwortet der Blogger? Zehn Kommentare, die alle nur „Toller Beitrag!“ sagen, belegen keine Leserbindung.

Warnsignale: Daran erkennst du Linkverkäufer
Manche Seiten sehen aus wie ein Blog und funktionieren wie ein Anzeigenmarkt. Diese Signale sprechen dafür:
- Der Blog nimmt jedes Thema an. Kredite, Casinos, Babyprodukte und Gartengeräte stehen nebeneinander.
- Das Menü hat kaum Kategorien, dafür eine eigene Seite mit Preisen für Gastbeiträge.
- Die Artikel haben keinen Autor oder nur einen Vornamen ohne Profil.
- Dein Ansprechpartner fragt nach Ankertext und Linkziel, aber nie nach deinem Thema oder den Lesern.
- Dir wird eine Ranking-Garantie angeboten.
- Der Kontakt läuft nur über eine Agentur oder einen Messenger, und das Impressum nennt niemanden.
Ein einzelnes Signal ist noch kein Urteil. Kommen drei oder vier zusammen, such weiter.

Was dich ein schwacher Partner bei Google kostet
Google beschreibt Link-Spam als „das Erstellen von Links zu oder von einer Website, hauptsächlich um das Suchranking zu manipulieren“. Ausdrücklich genannt ist der Austausch von Geld gegen Links oder gegen Beiträge, die Links enthalten. Ohne passendes Attribut wertet Google gekaufte Links deshalb als Spam. Wie du Links richtig auszeichnest, steht ebenfalls im Artikel zur Kennzeichnungspflicht.
Dazu kommt der „Missbrauch des Websiterufs“. Gemeint sind Inhalte Dritter, die eine Seite vor allem veröffentlicht, um ihre bestehenden Ranking-Signale zu nutzen. Eines von Googles Beispielen: Eine Bildungswebsite hostet gesponserte Rezensionen zu Kurzzeitkrediten. Kolumnen, Meinungsbeiträge und andere redaktionelle Inhalte fallen laut Google ausdrücklich nicht darunter.
Websites, die gegen diese Richtlinien verstoßen, „erhalten möglicherweise ein niedrigeres Ranking oder werden gar nicht in den Suchergebnissen angezeigt“, schreibt Google. Für dich heißt das: Verliert der Blog seine Sichtbarkeit, findet auch kaum noch jemand deinen Artikel über die Suche. Das Honorar ist dann trotzdem bezahlt.

Was die Prüfung bei trusted blogs abdeckt
Bei trusted blogs durchläuft jeder Blog eine Prüfung, bevor er im Marktplatz erscheint. Zuerst prüft das System, ob der Feed erreichbar ist und Artikel liefert. Danach prüfen wir:
- ob Blog-Adresse und Feed zusammengehören,
- ob die Inhalte zu den angegebenen Themen passen,
- ob im Account ein Impressum vorhanden ist,
Fällt die Prüfung negativ aus, lehnen wir den Blog mit Begründung ab.
Im Profil eines freigeschalteten Blogs siehst du seine neuesten Artikel aus dem Feed. Dazu kommen Kennzahlen, die trusted blogs alle 60 Tage über den Datenanbieter DataForSEO abruft, darunter Domain Rank, verweisende Domains und der geschätzte organische Traffic. Der Blogger trägt sie nicht selbst ein. Was die Werte bedeuten, erklärt der Hilfeartikel SEO-Kennzahlen.
Die Zahlen zeigen auch, wie verschieden Blogs sind. Von den 2.652 freigeschalteten Blogs mit Preisangabe kommen 832 auf mindestens 1.000 geschätzte Suchzugriffe im Monat (Stand 10. Oktober 2026). Ein kleinerer Blog mit klarem Thema kann für dein Produkt trotzdem der richtige sein.
Ehrlicherweise deckt unsere Prüfung nicht alles ab. Wir prüfen nicht jeden einzelnen Artikel, und wir können nicht vorhersagen, wie zuverlässig ein Blogger liefert. Ob ein Beitrag gekennzeichnet wird, entscheiden Blogger und Auftraggeber selbst. Abgesichert ist dafür die Bezahlung: Ausgezahlt wird erst, wenn du den gelieferten Artikel freigibst. Wie Buchung und Ausschreibung ablaufen, steht in Blog-Kooperationen findest du ohne Kaltakquise. Wie du eine Kooperation Schritt für Schritt vorbereitest, liest du in Kooperationen mit Bloggern erfolgreich planen.

Was das für Blogger heißt
Unternehmen, die sorgfältig auswählen, prüfen deinen Blog nach denselben Punkten. Mach es ihnen leicht:
- ein vollständiges Impressum, das von jeder Seite aus verlinkt ist,
- eine Über-mich-Seite mit deinem Namen und einem echten Foto,
- ein Datum an jedem Artikel,
- frühere Kooperationen, die du als Referenz zeigen kannst,
- Kennzahlen mit Quelle und Zeitraum, zum Beispiel ein Auszug aus Google Analytics für die letzten zwölf Monate.
Wie du deine Zahlen überzeugend aufbereitest, liest du in Media Kit erstellen: So überzeugst du Marken. Bei trusted blogs hinterlegst du deinen Feed und wählst die Themen, über die du tatsächlich schreibst. Beides prüfen wir bei der Freischaltung. Deinen Blog meldest du über die Seite für Blogger an.
Unsere Einschätzung
Vorweg: trusted blogs vermittelt Blog-Kooperationen und prüft Blogs vor der Freischaltung selbst. Neutral ist unser Blick also nicht.
Eine Prüfung durch eine Plattform spart dir Vorarbeit. Sie sortiert Seiten ohne Betreiber, ohne Feed oder mit falschen Themen aus. Ob ein Blog zu deinem Produkt und zu deinen Kunden passt, kann dir aber niemand abnehmen. Dafür reichen meist drei oder vier gelesene Artikel. Die Besucherzahl würden wir dabei zuletzt ansehen. Einen Blog, dessen Leser in den Kommentaren mitdiskutieren, ziehen wir einem größeren mit stillem Publikum meist vor.
Und wenn du einen guten Blog gefunden hast, bleib dabei. Beim zweiten Auftrag kennt der Blogger dein Angebot und deine Erwartungen, und ihr spart euch einen großen Teil der Abstimmung.
Woran erkennst du, ob ein Blog ein verlässlicher Partner ist? Hast du schon einmal erst nach der Veröffentlichung gemerkt, dass ein Blog vor allem Links verkauft? Schreib uns deine Erfahrung in die Kommentare.
Quellen
- Google Search Central: Hilfreiche, vertrauenswürdige, nutzerorientierte Inhalte erstellen (Abschnitt „Wer, wie und warum“, Stand 07.10.2026)
- Google Search Central: Spamrichtlinien für die Google Websuche (Abschnitte Missbrauch abgelaufener Domains, Link-Spam und Missbrauch des Websiterufs, Stand 02.09.2026)
- Thales: AI-driven Bot Attacks Surged 12.5x According to Thales Bad Bot Report (Pressemitteilung zum Bad Bot Report 2026, 29.04.2026, Daten aus dem Jahr 2025)
- Google Analytics-Hilfe: Ausschluss von Traffic von bekannten Bots
- Digitale-Dienste-Gesetz: § 5 Allgemeine Informationspflichten
- trusted blogs: SEO-Kennzahlen des Katalogs (Schätzwerte von DataForSEO, Stand 10.10.2026)