
WordPress für deinen Blog: Passt es wirklich?
Das Wichtigste in Kürze:
- WordPress läuft laut W3Techs auf 40,1 Prozent aller Websites (Stand 11.10.2026). Die Software ist kostenlos, Hosting und Pflege kosten Geld oder Zeit.
- Bei WordPress.org kümmerst du dich selbst um Server und Updates. WordPress.com übernimmt die Wartung und erlaubt Plugins auf allen bezahlten Tarifen.
- Feed, XML-Sitemap, Benutzerrollen und Kommentare direkt am Text bringt WordPress ohne Plugin mit.
- Laut Patchstack steckten 2025 91 Prozent der neuen WordPress-Sicherheitslücken in Plugins. Im Kern waren es 6 Lücken mit geringer Priorität.
- Im Web Almanac 2025 bestehen nur 45 Prozent der mobilen WordPress-Seiten die Core Web Vitals. Bei Duda sind es 85 Prozent.

WordPress läuft auf vier von zehn Websites
Kein anderes System ist so verbreitet. Laut W3Techs nutzen 40,1 Prozent aller Websites WordPress (Stand 11.10.2026). Unter den Websites mit erkennbarem Content-Management-System sind es 58,6 Prozent, Shopify folgt mit 7,8 Prozent.
Für dich hat diese Verbreitung praktische Folgen. Viele Hoster bieten WordPress an, für viele Aufgaben gibt es ein fertiges Theme oder Plugin, und zu den meisten Problemen findest du eine Anleitung. Wenn du später jemanden für Technik oder Design suchst, findest du leichter Leute, die das System kennen.
Die Software selbst ist Open Source und kostenlos. Aktuell ist Version 7.1, erschienen am 19.08.2026. Kosten entstehen durch Hosting, Domain, kostenpflichtige Themes und Plugins und durch die Zeit, die du in die Pflege steckst.
WordPress.org oder WordPress.com: Wer übernimmt die Wartung?
Hinter beiden Adressen steckt dieselbe Software. Der Unterschied liegt darin, wer den Server betreibt und wer sich um Updates, Sicherheit und Backups kümmert.
WordPress.org: Du bist der Betreiber
Bei WordPress.org lädst du die Software herunter und installierst sie bei einem Hoster deiner Wahl. Du kannst jedes Theme und jedes Plugin installieren, eigenen Code einbauen und die PHP-Umgebung anpassen. Dafür bist du selbst für Updates, Backups und Sicherheit verantwortlich.
WordPress.org empfiehlt einen Hoster mit PHP ab Version 8.3, MariaDB ab 10.11 oder MySQL ab 8.0 und HTTPS. Viele Hoster bieten dazu „Managed WordPress“ an. Auch das ist selbst gehostetes WordPress.org, bei dem der Hoster einen Teil der Wartung übernimmt.
WordPress.com: Automattic ist der Betreiber
WordPress.com gehört dem Unternehmen Automattic. Laut WordPress.com sind Hosting, Sicherheitsupdates und Backups in den Tarifen enthalten. Den Einstieg gibt es kostenlos, eigene Plugins und Themes installierst du auf allen bezahlten Tarifen (Personal, Premium, Business und Commerce).
Die verbreitete Annahme, WordPress.com erlaube keine Plugins, stimmt damit nicht mehr. Komplexe eigene Code-Anpassungen und Änderungen an der PHP-Umgebung sind laut WordPress.com vor allem beim Selbsthosting möglich. Wechseln kannst du in beide Richtungen, denn WordPress.com bietet Export und Import für Umzüge an.

Was WordPress ohne Plugins schon kann
Viele Blogs installieren Plugins für Aufgaben, die WordPress längst selbst erledigt. Jedes überflüssige Plugin ist zusätzlicher Code, den du aktuell halten musst. Prüfe deshalb zuerst, was der Kern mitbringt.
- Feed: WordPress erzeugt standardmäßig RSS- und Atom-Feeds für Beiträge und Kommentare. Über den Feed finden Feedreader, Blogverzeichnisse und Plattformen deine neuen Artikel.
- XML-Sitemap: Seit Version 5.5 aus dem Jahr 2020 stellt WordPress unter
/wp-sitemap.xmleine Sitemap für Suchmaschinen bereit. Viele SEO-Plugins ersetzen sie durch eine eigene. - Schriften ohne Google-Server: Seit Version 6.5 (2024) gibt es eine Schriftenbibliothek. Installierst du darüber eine Google-Schrift, lädt WordPress die Datei auf deinen eigenen Server.
- Anmerkungen am Text: Seit Version 6.9 vom 02.12.2025 können Teams mit der Funktion „Notes“ Kommentare direkt an einzelne Blöcke im Editor schreiben.
- Versionen vergleichen: Seit Version 7.0 vom 20.05.2026 lassen sich frühere Fassungen eines Beitrags visuell durchblättern und mit einem Klick wiederherstellen. Dieselbe Version hat eine Schnittstelle eingeführt, über die WordPress mit KI-Modellen verbunden werden kann.
Wer darf was veröffentlichen?
WordPress kennt in einer einzelnen Installation fünf Standardrollen. Der Administrator darf alles. Der Redakteur (im englischen Original „Editor“) veröffentlicht und bearbeitet auch Beiträge anderer.
Der Autor veröffentlicht und verwaltet seine eigenen Beiträge, ohne dass jemand gegenliest. Erst der Mitarbeiter („Contributor“) kann Beiträge schreiben, aber nicht veröffentlichen. Der Abonnent verwaltet nur sein Profil.
Für einen Freigabeprozess heißt das: Wer extern oder neu schreibt, bekommt die Rolle Mitarbeiter. Die Rolle Autor ist bereits eine Veröffentlichungserlaubnis.

Wo WordPress dir Arbeit macht
Sicherheit hängt an den Plugins
Der Sicherheitsdienstleister Patchstack hat für 2025 im WordPress-Umfeld 11.334 neue Sicherheitslücken gezählt, 42 Prozent mehr als im Vorjahr. 91 Prozent davon steckten in Plugins, 9 Prozent in Themes. Im WordPress-Kern gab es 6 Meldungen, alle mit geringer Priorität.
Auch der Kern braucht regelmäßige Updates. Zwischen dem 17.09. und dem 06.10.2026 hat WordPress drei Sicherheitsupdates für Version 7.1 veröffentlicht, eines davon für eine kritische Lücke. Wie du Plugins nach Pflege, Aufgabe und Datenschutz auswählst, steht in Plugins für deinen Blog: So wählst du richtig.
Ladezeit hängt an Theme und Page-Builder
Der Web Almanac 2025 von HTTP Archive vergleicht, wie viele mobile Websites je System die Core Web Vitals bestehen, also Googles Messwerte für Ladezeit, Reaktion und Layoutstabilität. Bei Duda sind es 85 Prozent, bei TYPO3 79 Prozent und bei Wix 74 Prozent. WordPress liegt mit 45 Prozent im unteren Bereich.
Als einen Hauptgrund nennt der Bericht Page-Builder. Schätzungsweise 60 Prozent der WordPress-Websites nutzen einen, am häufigsten Elementor mit 43 Prozent. Ein schlankes Theme mit dem eingebauten Block-Editor ist deshalb oft der schnellere Weg zu guten Messwerten.
Datenschutz richtest du selbst ein
Ein Theme, das Schriften direkt von Google-Servern lädt, überträgt die IP-Adressen deiner Leser an Google. Das Landgericht München I hat das am 20.01.2022 als Verletzung des Persönlichkeitsrechts gewertet und dem Kläger 100 Euro Schadensersatz zugesprochen (Az. 3 O 17493/20). Die Schriftenbibliothek von WordPress oder lokal eingebundene Schriften vermeiden das Problem.
Dazu kommen Pflichten, die für jede Website gelten. Für Cookies und andere Speicherungen auf dem Gerät deiner Leser verlangt § 25 TDDDG eine Einwilligung, wenn sie für den gewünschten Dienst nicht unbedingt erforderlich sind. Für geschäftsmäßige Angebote schreibt § 5 DDG ein Impressum vor.
Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die Rechtslage (Stand Oktober 2026) und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Was das für dich als Blogger heißt
- Entscheide nach deiner Zeit. Willst du dich nicht um Server und Updates kümmern, nimm WordPress.com oder einen Managed-Tarif. Willst du volle Kontrolle, plane feste Zeit für Updates und Backups ein.
- Halte das System schlank. Ein schlankes Theme, möglichst kein Page-Builder und nur Plugins mit klarer Aufgabe. Was der Kern kann, brauchst du nicht doppelt.
- Nutze deinen Feed. Für die Anmeldung deines Blogs bei trusted blogs brauchst du einen Feed, und den liefert WordPress von Haus aus. Neue Artikel deines freigegebenen Blogs erscheinen dann auch im Magazin von trusted blogs.
- Setz bezahlte Links richtig. Google verlangt für bezahlte Links das Attribut
rel="sponsored",rel="nofollow"ist weiterhin zulässig. Im Block-Editor setzt du es über „Als HTML bearbeiten“ direkt im Link. Was zur sichtbaren Kennzeichnung gehört, steht in Kennzeichnungspflicht bei Blog-Kooperationen: Das musst du wissen.
Wie du mit deinem Blog Geld verdienst, ist unabhängig vom System. Auf trusted blogs liegt der durchschnittliche Basispreis für einen Artikel bei rund 265 Euro (Stand 11.10.2026). Wie Kooperationen über den Marktplatz laufen, steht auf der Seite für Blogger.

Was das für Marketing-Teams heißt
Für einen Unternehmensblog zählt vor allem, wer die Technik verantwortet. Klärt vor dem Start, wer Updates einspielt, wer Backups prüft und wer bei einer Sicherheitslücke am Wochenende reagiert. Liegt das bei niemandem, ist ein betreuter Tarif die sicherere Wahl.
Für die Redaktion bringt WordPress viel mit. Externe und neue Autoren bekommen die Rolle Mitarbeiter, die Redaktion gibt frei, Anmerkungen stehen als Notes direkt am Text. Wie ihr Ziele, Rollen und Freigabewege für den Blog festlegt, beschreibt Unternehmensblog: So richtest du ihn professionell ein.
Plant außerdem die Ladezeit von Anfang an mit. Ein aufwendiger Page-Builder macht Landingpages schnell, kostet aber laut Web Almanac oft genau die Messwerte, auf die Google achtet. Ein Leistungstest mit einer echten Artikelseite vor dem Start zeigt, wo ihr steht.
Unsere Einschätzung: WordPress passt, wenn jemand die Pflege übernimmt
Für die meisten Blogs ist WordPress eine gute Wahl. Das System ist verbreitet, offen und bringt im Kern mehr mit, als viele denken. Die Schwachstellen liegen fast immer in dem, was man dazu installiert: Plugins, schwere Themes und Page-Builder.
Die eigentliche Frage lautet deshalb, wer sich um das System kümmert. Wer das selbst übernehmen will, bekommt mit WordPress.org maximale Freiheit. Wer es abgeben will, bekommt mit WordPress.com oder einem Managed-Tarif ein gepflegtes System und zahlt dafür.
Ehrlicherweise: Wir haben keine eigenen Zahlen dazu, welche Systeme die Blogs auf trusted blogs nutzen. Andere Systeme haben wir für diesen Artikel nicht getestet. Die Werte aus dem Web Almanac zeigen außerdem, dass Systeme mit stärker vom Anbieter kontrollierter Technik bei der Ladezeit vorne liegen.
Wie siehst du das? Läuft dein Blog auf WordPress.org, WordPress.com oder einem ganz anderen System? Und wie viel Zeit kostet dich die Pflege im Monat? Schreib uns deine Erfahrung in die Kommentare.
Quellen
- W3Techs: Usage statistics and market share of WordPress (abgerufen 11.10.2026)
- W3Techs: Usage statistics of content management systems (abgerufen 11.10.2026)
- WordPress.org: Releases (abgerufen 11.10.2026)
- WordPress.org: Requirements (abgerufen 11.10.2026)
- WordPress.com: WordPress.com vs. WordPress.org: What’s the difference? (abgerufen 11.10.2026)
- WordPress.com: Plugins (abgerufen 11.10.2026)
- WordPress.org: Roles and Capabilities (abgerufen 11.10.2026)
- WordPress.org: WordPress Feeds (abgerufen 11.10.2026)
- Make WordPress Core: New XML Sitemaps Functionality in WordPress 5.5 (22.07.2020)
- Make WordPress Core: New Feature: Font Library (14.03.2024)
- WordPress.org: WordPress 6.9 „Gene“ (02.12.2025)
- WordPress.org: WordPress 7.0 „Armstrong“ (20.05.2026)
- WordPress.org: Release-Meldungen zu WordPress 7.1.1, 7.1.2 und 7.1.3 (17.09.2026 bis 06.10.2026)
- Patchstack: State of WordPress Security in 2026 (Daten für 2025)
- HTTP Archive: Web Almanac 2025, Kapitel CMS (15.01.2026)
- Landgericht München I: Endurteil vom 20.01.2022, Az. 3 O 17493/20
- Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz: § 25 Schutz der Privatsphäre bei Endeinrichtungen
- Digitale-Dienste-Gesetz: § 5 Allgemeine Informationspflichten
- Google Search Central: Ausgehende Links für Google qualifizieren
- trusted blogs: Marktpreis-Statistik der freigeschalteten Blogs mit Preisangabe (Stand 11.10.2026)