
Literarischer Blog | Literaturblog von Nicola Quaß
Ein Literaturblog über Literatur, Lesen und Schreiben. Essays zu Lektüren, Schreibprozessen und ästhetischen Fragen aus Autorinnenperspektive.
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Beiträge (7)

Visuelles Hörbuch – die Verfilmung von Marlen Haushoffers "Die Wand"
In diesem Film gibt es fast nur eine einzige Stimme. Sie gehört der namenlosen Protagonistin. Die Ich-Erzählerin, großartig gespielt von Martina Gedeck, spricht aus dem Off über die Ereignisse. Es ist Herbst, es ist Winter. Die Protagonistin sitzt mit einer Katze in einer einsamen Berghütte und schr

Menschlichkeit im Ausnahmezustand: Von Marlen Haushofer zu Kazuo Ishiguro
„Verdutzt streckte ich die Hand aus und berührte etwas Glattes und Kühles: einen glatten, kühlen Widerstand an einer Stelle, an der doch gar nichts sein konnte als Luft.“ (Marlen Haushofer, Die Wand) Es geschieht selten, dass mich ein Buch von Beginn an so in seinen Bann zieht wie „Die Wand“ der öst

Geheimsprachen in der Literatur: Von Nadsat bis Neusprech
Mit großen Augen saß ich vor dem Fernseher und folgte den Lippenbewegungen der Nachrichtensprecherin. Ihre Worte quietschten in meinem Ohr, während ihr Haar wie ein in Gold getauchter Vorhang schillerte. Von draußen drangen die hohen Rufe der Seemöwen herein. Das Abendlicht verfing sich an den Rände

Die Suche nach der eigenen Stimme: Von Virginia Woolf zu Ingeborg Bachmann
„Aber, werden Sie sagen, wir haben Sie gebeten, über Frauen und Literatur zu sprechen – was hat das mit einem Zimmer zu tun, das man für sich allein hat? Ich werde versuchen, es zu erklären“ - Virginia Woolf, Ein Zimmer für sich allein Will man heute über weibliche Stimmen in der Literatur sprechen,

Wo Identitäten ineinander übergehen
Wo Identitäten ineinander übergehen Manchmal verfolgt mich ein Buch bis in den Schlaf. So erging es mir, als ich Die Zwillinge von Highgate las. Nachts wachte ich unruhig auf und dachte an die beiden Protagonistinnen, fragte mich, was sie als Nächstes tun würden, wie sie sich aus ihrem immer enger w

Das Unaussprechliche sehen: Die Macht der kindlichen Perspektive
Ich las dieses Buch im Jahr 2021. Es war das erste aus der Kopenhagen-Trilogie von Tove Ditlevsen mit dem Titel „Kindheit“, und schon der erste Satz zog mich in seinen Bann. „Am Morgen war die Hoffnung da. Sie saß als flüchtiger Schimmer im glatten, schwarzen Haar meiner Mutter ...“ Es gibt verschie

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne – von Romananfängen und ersten Sätzen Mit diesem Beitrag eröffne ich meinen literarischen Blog, in dem ich künftig regelmäßig über Lektüren, Schreibprozesse und ästhetische Fragen nachdenken möchte. Er soll meine eigene Arbeit begleiten, vertiefen und zugleich Einb